Warum Klub Deutsch-Kurzhaar Saar ?

-Die Gründung des Klubs-

Deutsch Kurzhaar an der Saar hat sicher eine länger als 50 Jahre dauernde Tradition.

Vor der Gründung des Klubs am 20. Februar 1965 waren die saarländischen Kurzhaar-Rüdemänner stets zahlreich im Südwestdeutschen Klub Kurzhaar vertreten und dort nicht nur im Prüfungs- sondern auch im Vereinsgeschehen engagiert. So ist der Chronik des Südwestdeutschen Klubs (S. 226) zu entnehmen, daß der bekannte saarländische Kurzhaar - Mann und damalige Geschäftsführer der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) Johannes Scheid (verstorben 1963) schon 1944 Mitglied im dortigen Klub gewesen ist.

Unser Gründungspräsident Willi Dilk übernahm im Jahre 1947 den 2. Vorsitz im Südwestdeutschen Klub (Chronik S. 230). In dieser Zeit war die Gruppe Saar stets mit ca. 40 Hundemännern im Südwestdeutschen Klub Mitglied. Unter der Führung des bereits erwähnten Johannes Scheid ging man in den frühen 50-igern Jahren dazu über, zusätzlich zu den Prüfungen bei Südwest im Saarland eigene Zuchtprüfungen (Derbys, Solms) als Untergruppe Saar auszurichten (Albert Heinrich in Kurzhaar-Blätter Sept. 3/81 S. 26). Im VJS-Organ "Der Saarjäger" im Februar 1951 wurde zum Derby am Sonntag, dem 29. April 1951 eingeladen. Dieses fand im Revier von Kurt Braß in Altstadt, in der Nähe von Homburg statt. Die Suchenleitung hatte Herr Karl Konrad aus Homburg, als Richterobmann fungiert Johannes Scheid. Es siegte an diesem Tage Martin Pöttmes, geführt von M. Gillen aus St. Wendel. Die Deutsch- Kurzhaar Blätter Ostern 1953 erwähnen erstmals ein Derby Saar, durchgeführt nunmehr von der "Gruppe Saar" am 03.05.53.

In Orscholz gruppierte sich um Oswald Jung eine sehr starke Kurzhaargruppe. Dort fielen im Zwinger "vom Orkelsfelsen" von Werner Kiefer Ende der 50-iger Jahre aus der Erle von der Zigeunereiche (649 E/55) mehrere Würfe, auch Josef Ott machte in dieser Zeit seine ersten Schritte in der Hundeabrichtung.
Anton Kasel aus Besseringen führte damals so erfolgreiche Hunde wie z.Bsp. Kneif von Wagbachtal (734 J/60), der auf dem Solms 1961 in Frankenthal gleich dreimal die Note 4h erhielt. In Heusweiler züchtete Willi Klär in seinem Zwinger "von der Zigeunereiche" ebenfalls nicht ohne Erfolg Deutsch-Kurzhaar Hunde.

Als mit der Zeit vielen der Weg zum Rhein zu weit geworden war, wurden Stimmen laut, sich selbständig zu machen und die Gründung des Klub Deutsch-Kurzhaar Saar nicht mehr weiter hinauszuschieben. Dieses Ansinnen wurde auch vom damaligen 1. Vorsitzenden des Deutsch-Kurzhaar Verbandes, Herrn Dr. Friedrich Byhain, unterstützt, der immer wieder angeregt hatte, einen eigenen Klub zu gründen. Im Hinblick auf diese Entwicklung lehnten Albert Heinrich und Helmut Leistenschneider in der Generalversammlung des Südwestdeutschen Klub Kurzhaar im Juni 1964 die Wiederwahl in den Vorstand ab, und auch Willi Dilk verzichtete auf eine erneute Kandidatur als 2. Vorsitzender (Gründungsprotokoll v. 20.2.65). Willi Dilk blieb dennoch Mitglied im Vorstand, damit auch nach der Gründung des Klub Deutsch-Kurzhaar Saar die gut nachbarlichen Beziehungen zum "Stammklub" Südwest erhalten bleiben und gefördert werden.

Im Vorfeld der Gründung wurde bei den saarländischen Mitgliedern im Südwestdeutschen Klub angefragt, ob ein Übertritt in den neu zu gründenden Klub gewünscht wird. Von 49 eingeschriebenen Mitgliedern von Südwest hatten sich 30 entschieden, in den saarländischen Klub überzutreten. 41 Mitglieder konnten sogar neu hinzugeworben werden, so daß mit 71 Mitgliedern die Voraussetzungen erfüllt waren, als selbständiger Klub in den DK-Verband aufgenommen zu werden.

So traf man sich am 20. Februar 1965 um 15.oo Uhr im Hotel Dittgen in Schmelz zur Gründung des Klub Deutsch- Kurzhaar Saar. "Die Einberufer" dieser Sitzung waren Willi Dilk, Albert Heinrich, Oswald Jung und Helmut Leistenschneider. Unter den 36 erschienenen Mitgliedern waren u.a. als Ehrengäste der 1. Vorsitzende des Deutsch- Kurzhaar Verbandes, Herr Dr. Friedrich Byhain sowie Landesjägermeister Emil Weber anwesend, die von Willi Dilk begrüßt wurden. Unter der Versammlungsleitung von Landesjägermeister Weber wurde folgender Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender : Willi Dilk
2. Vorsitzender: Oswald Jung
Geschäftsführer: Albert Heinrich
Zuchtwart: Helmut Leistenschneider
Schatzmeister: Hubert Leistenschneider
Beisitzer: Valentin Bauer, Kurt Brass, Gustav Ebersold
Reinhold Jung, Rudi Kiefer, Richard Kölbl

Am 9. Mai 1965 fand in den Revieren Schmelz, Neipel und Piesbach unter der Suchenleitung von Willi Dilk und Albert Heinrich das 1. Derby des eigenständigen Klubs statt. Es wurden 38 Hunde gemeldet von denen 34 erscheinen und 33 Hunde durchgeprüft wurden.

Den I a Preis in der Gruppe V gewann die von Willi Dilk nach Artus von Schlimmerhof (369 M/63) aus der Hexe vom Kohlwald (156 G/57) gezogene, und von Kurt Scherer aus Neipel geführte Hündin Priska vom Kohlwald (1421 N/64).Insgesamt wurden 25 I. Preise, 4 II. und 4 III.Preise vergeben.

In seiner Anmerkung (Der Saarjäger 2 (3) 65 S. 14) zum 1. saarländischen Derby schrieb Reinhold Jung abschließend:

"Es gehört zu unserer Aufgabe, diesem Nachwuchs Vorbild zu sein, ihn richtig zu lenken und zu leiten, damit das deutsche Waidwerk und mit ihm die damit aufs engste verbundene Haltung und Führung des Jagdgebrauchshundes weiterhin in guten Händen bleibt."

Dem ist auch nach 50-jähriger Klubgeschichte nichts hinzuzufügen.

 

Gründerzeiten